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Valeria
Heisenberg

30.08. - 11.10.2026

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Künstler-Statement

Meine Arbeiten wirken auf den ersten Blick fotografisch, sind jedoch sorgfältig aufgebaute Malereien auf dünnen Aluminiumblechen. Ausgehend von fotografischen Vorlagen urbaner Räume und Unterwasserwelten untersuche ich Transparenz, Spiegelung und Tiefe als sich wandelnde räumliche Erfahrungen. Die Motive fungieren dabei weniger als Darstellungen konkreter Orte, sondern als Wahrnehmungsfelder, in denen sich Oberflächen zu unerwarteten räumlichen Beziehungen öffnen.

 

Die Werke entstehen in einem zeitintensiven Schichtprozess. Bemalte Flächen werden wiederholt mit transparentem Autolack versiegelt, bevor weitere Farblasuren aufgetragen werden. Durch diesen Wechsel von Farbe und Lack - häufig bis zu zehn Schichten — wird das Licht zu einem aktiven Bestandteil der Arbeit. Die Motive scheinen im Material zu schweben, eingeschlossen zwischen den Schichten, und erzeugen eine Tiefe, die zugleich physisch und atmosphärisch ist. Der Prozess betont Dauer, Akkumulation sowie das Spannungsverhältnis zwischen Kontrolle und Zufall.

 

Parallel zu diesen Arbeiten entstehen Aquarelle, die alltägliche urbane Szenen mit Figuren zeigen. Sie halten Momente zeitgenössischen Lebens zwischen Arbeit und Freizeit fest. Ursprünglich als Skizzen im Zusammenhang mit den Malereien gedacht, haben sich die Aquarelle zu einer eigenständigen Werkgruppe entwickelt und bilden ein unmittelbares, flüssigeres Gegenüber zur schichtweisen, materialintensiven Malerei.

Über das Projekt

Aquarien bilden einen frühen Bezugspunkt meiner malerischen Arbeit und meines Interesses an Unterwasserbildern. Daraus entwickelte sich ein Fokus auf offene Gewässer und Unterwasserszenen. Ein zentrales Motiv sind Quallen, insbesondere ihre Transparenz, ihre fragile Erscheinung und ihr Verhältnis zum Licht.

 

Im Zuge eigener fotografischer Recherchen unter Wasser wurde ich mit mariner Plastikverschmutzung konfrontiert. Im Wasser treibende Plastiktüten, die in ihrer Form Quallen ähneln, sind seitdem ein wiederkehrendes Bild in meiner Arbeit.

 

Da ich in Berlin lebe, arbeite ich bislang überwiegend mit fotografischem Material. Die spezifischen Licht- und Wasserbedingungen mariner Umgebungen stehen mir dort nicht kontinuierlich zur Verfügung. Unterwassermotive habe ich bisher nicht im Medium des Aquarells umgesetzt.

 

Eine Residency am Meer eröffnet mir die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zu diesem Umfeld zu arbeiten und eine neue Werkgruppe zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen großformatige Aquarelle von Ozean- und Unterwasserszenen, die auf direkter Beobachtung sowie auf fotografischen und zeichnerischen Studien basieren.

 

Das Aquarell ist aufgrund seiner Transparenz, Schichtung und Fluidität ein geeignetes Medium, um Prozesse von Sichtbarkeit und Auflösung zu untersuchen. Inhaltlich thematisiert die Arbeit Fragilität sowie das Spannungsverhältnis zwischen natürlicher Erscheinung und menschlichem Eingriff.

Interview

Wieso hast Du Dich für einen Aufenthalt im Agora Art Space entschieden?

Als ich zum ersten Mal von der Artist Residency im Agora Art Space hörte, dachte ich gleich, dass dieser Ort am Meer mir die Möglichkeit bieten könnte, mich über einen längeren Zeitraum in Ruhe mit großformatigen Aquarellen von Unterwassermotiven zu beschäftigen.

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Wie hat der Aufenthalt Deine Kreativität beeinflusst?

Der Ort war noch perfekter, als ich erwartet hatte. Ich komme aus Berlin und bin dort sehr in den Großstadt- und Familienalltag eingebunden. In Koroni war ich zum ersten Mal, seit langer Zeit, völlig ungestört und konnte mich von morgens bis abends ohne Zeitdruck meinen Experimenten und Motiven widmen. Es wurde eine unglaublich produktive Zeit für mich, und ich werde noch viel von dieser Energie aus dem Aufenthalt hier mit nach Berlin nehmen.


Nach welchen Kriterien suchst Du das Bild aus, was du Agora Art Space hinterlässt? 

Es hat eine Vorlaufzeit mit vielen Aquarellen von Motiven unter und über Wasser gebraucht, bis ich mich getraut habe, ein wirklich großes Motiv zu malen: Ein Diptychon nach einem Unterwasserfoto von mir, wo ich auf dem Wasser schwebe. Es war für mich ein eher ungewöhnliches Motiv und ein Format, für das ich nicht wirklich die passenden Utensilien hatte. Es wurde dadurch zu meinem ersten wirklich großen Experiment. Dieses Bild ist ganz diesem Ort zuzuschreiben. Es enthält alles, was diese Zeit hier für mich bedeutet hat. Daher bleibt es hier.

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Wem würden Sie den Agora Art Space empfehlen?

Der Agora Art Space ist ein Ort für Künstler*innen, die mit sich allein sein können und sich einen Raum wünschen, in dem sie in Ruhe arbeiten und neue Gedanken entwickeln können. Gleichzeitig ist es eine Bereicherung, inmitten einer Dorfgemeinschaft zu leben und den täglichen Kontakt mit den Menschen vor Ort ist ein schöner Ausgleich zur Atelierarbeit.

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Eindrücke der Ausstellung
im Agora Art Space

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