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Elena
Ernst

15.10. - 04.11.2026

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In meiner zeichnerischen Arbeit setze ich mich mit medialen Oberflächen auseinander, wobei meine Perspektive wesentlich durch mein Erststudium der Medienwissenschaft geprägt ist. Aus dieser medienphilosophischen Haltung heraus interessiert mich besonders eine Entwicklung innerhalb der Geschichte der neuen Medien: Mediale Formate rücken zunehmend atmosphärische Elemente in den Vordergrund, während narrative Strukturen in den Hintergrund treten. An die Stelle einer klar erzählten Geschichte tritt häufig eine Stimmung, die das Wahrgenommene einfärbt und strukturiert. Diese Stimmung ist keine unbemerkte Instanz, sondern wird selbst zum zentralen Bestandteil medialer Erfahrung. Digitale Bilderwelten präsentieren sich dabei häufig als glatte, hochauflösende Oberflächen, die scheinbar keinen Einblick in ihre eigene Struktur erlauben. Ihre Materialität bleibt verborgen. Erst in Momenten der Störung – etwa, wenn ein Bildschirm beschädigt ist – tritt die zugrunde liegende Pixelstruktur wieder sichtbar hervor.Meine Zeichnungen greifen diese verborgenen Strukturen auf und versuchen, das visuelle Rauschen der uns umgebenden Bildschirme sichtbar zu machen. Durch zeichnerische Verfahren übersetze ich digitale Bildoberflächen in analoge Formen und untersuche ihre Texturen, Rhythmen und Verdichtungen. Dabei interessiert mich besonders, welche Bildlichkeit jenseits narrativer Inhalte entstehen kann. Indem ich die Aufmerksamkeit auf Strukturen, Raster und Störungen richte, verschiebe ich den Blick von der Oberfläche als Träger eines Inhalts hin zur Oberfläche selbst. Meine Arbeiten fragen danach, was uns diese medialen Bildwelten erzählen können, wenn wir beginnen, ihre scheinbar nebensächlichen Strukturen ernst zu nehmen.

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Über das Projekt

Während meines Aufenthalts in Griechenland möchte ich eine Serie von Zeichnungen entwickeln, die sich mit der visuellen Wahrnehmung der Stadt Koroni auseinandersetzt. Ausgangspunkt des Projekts ist eine fotografische und filmische Bildsuche, bei der ich mich besonders mit Licht und Schatten im öffentlichen Raum beschäftigen werde. Neben Aufnahmen am Tag möchte ich mich auch mit nächtlichen Situationen beschäftigen: menschenleere Plätze, Straßen oder Übergangsräume, in denen sich Lichtquellen, Dunkelheit und städtische Strukturen überlagern. Diese Orte erscheinen oft wie Bühnen ohne Handlung, in denen Atmosphäre und visuelle Struktur stärker in den Vordergrund treten als narrative Ereignisse. In einem zweiten Schritt werde ich die Fotografien und Filmstils digital bearbeiten, indem ich Bildausschnitte vergrößere, heranzoome oder verpixele. In einem dritten Schritt überführe ich diese transformierten Bilder in Zeichnungen. Durch die Übersetzung in ein analoges Medium entsteht eine weitere Abstraktionsebene, in der sich die ursprüngliche Umgebung zunehmend in eine mediale Oberfläche verwandelt. Die entstehende Serie von Zeichnungen untersucht, wie sich ein realer Ort über verschiedene mediale Transformationen verändert und welche neuen Bildräume zwischen Fotografie, digitaler Bearbeitung und Zeichnung entstehen können. Dabei zeigt sich, dass durch den Prozess der Vergrößerung und Fragmentierung bestimmte Details eines Ortes in den Vordergrund treten. Insbesondere atmosphärische Qualitäten – wie Lichtstimmungen oder räumliche Details – können sich auf diese Weise intensivieren. Der Ort erscheint nicht mehr als bloße Abbildung seiner selbst, sondern in einer verschobenen Wahrnehmung, die ihn in einem neuen Licht sichtbar macht.

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